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02.09.2010 - 16:00 Uhr
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07.10.2010 - 18:30 Uhr
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Das, was man heute in der Peterstraße/Neanderstraße/Hütten sieht, entspricht nicht den historischen Gegebenheiten. Die sogenannte "Neustadt" entstand im Dreißigjährigen Krieg, als der niederländische Ingenieur Johan van Valckenburgh zwischen 1615 und 1625 einen weiteren Schutzwall anlegte, um die Stadt Hamburg zu sichern. Damit bezog er zuvor ungeschützte Flächen in die Stadt ein, machte sie als "Neustadt" bebaubar und bot neuen Raum für Immigranten und die zahlreichen Kriegsflüchtlinge. Im Gegensatz zur Altstadt mit ihren traditionellen Bürger- und Geschäftshäusern wohnten hier auch später meist Angehörige der Mittel- und Unterschichten, oft in ärmlichen und beengten Verhältnissen, wie beispielsweise in den Krameramtsstuben am Michel und im Gängeviertel.
Valckenburgh legte im nordwestlichen Teil der Neustadt ein schachbrettartiges Straßennetz an – ein Bild für bürgerliche Gleichheit und republikanisches Gemeinwohl. Dieses Straßensystem ist heute kaum mehr erkennbar. Die Straßennamen stammen jedoch teilweise noch immer aus dieser Zeit.
Die Hansestadt Hamburg verfügt aufgrund ihrer Geschichte kaum mehr über originale alte Bausubstanz – man denke nur an:
Vor diesem Hintergrund wandte sich Hamburgs damaliger Erster Bürgermeister, Prof. Dr. Herbert Weichmann, im Jahr 1965 mit der Bitte an Alfred Toepfer, er möge das Beyling-Stift (Baujahr 1751) vor dem Verfall retten. Dem Hamburger Senat standen dazu damals keine Mittel zur Verfügung, so dass der Abriss des Gebäudes bereits geplant war.
Die Carl-Toepfer-Stiftung restaurierte sowohl das Beyling-Stift, das sie in seiner alten Form beließ, als auch die daneben bzw. dahinter gelegenen Fachwerkhäuser (Peterstraße 35–39). Darüber hinaus erwarb Alfred Toepfers gemeinnützige Stiftung F.V.S./Hamburg (heute: Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.) Grundstücke in der Peterstraße/Neanderstraße/Hütten. Dort sollte – so die Idee Alfred Toepfers – ein Eindruck vom Bau- und Wohnstil früherer Jahrhunderte entstehen. Mit dem Wiederaufbau repräsentativer Bürgerhäuser wollte er dem alten Hamburg sowie Bürgern und Handwerkern vergangener Zeiten ein Denkmal setzen.
Zwischen 1966 und 1982 entstand daher ein Häuserensemble mit Rekonstruktionen Althamburger Bürger- und Kaufmannshäuser, deren historische Fassaden aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert stammen. Diese Häuser, die sich einst an verschiedenen Stellen der Altstadt befunden hatten, wurden zu einem harmonischen Gesamtbild zusammengefügt. Der frühere Standort eines jeden Gebäudes ist auf einer Bronzetafel kenntlich gemacht. Außerdem ist jedes Haus einer Persönlichkeit gewidmet, die aus Hamburg stammt oder längere Zeit in der Hansestadt wohnte und wirkte.
Durchgänge mit schmiedeeisernen Gittern führen in die Innenhöfe der Wohnanlage, die mit ihren Gartenanlagen, Brunnen und Sitzecken Oasen der Ruhe sind.
Auf die Idee Alfred Toepfers geht nicht nur das gesamte Häuserensemble zurück. Ihm zu verdanken sind auch die Einrichtung eines Vortragssaals mit Bühne, eines Restaurants und eines Brahms-Museums.
Im Haus Neanderstraße 22 bietet der Lichtwarksaal der Carl-Toepfer-Stiftung circa 160 Besuchern Platz. Hier finden Veranstaltungen und Konzerte der Stiftung selbst sowie anderer Träger statt.
Im Eckhaus Neanderstraße 27/Peterstraße richtete die Stiftung das Restaurant »Zum Alten Senator« ein. Die Pächterin bietet junge deutsche sowie traditionelle hanseatische Küche an.
Das Johannes-Brahms-Museum in der Peterstraße 39 entstand mit Hilfe der Johannes-Brahms-Gesellschaft und wird von dieser betreut.
Mitte der 90er Jahre wurden nach dem Tode Alfred Toepfers im Eckhaus Peterstraße 36/Hütten die Niederdeutsche Bibliothek sowie das Alfred Toepfer Archiv untergebracht. Aus seinen Beständen ist im Erdgeschoss des Hauses eine Dokumentation zu sehen. Sie informiert Besucherinnen und Besucher über Leben und Werk sowie Taten und Ideen des Stifters.
Über den folgenden Link erfahren Sie etwas zu den technischen Daten der Wohnanlage (Kosten, Baumaterialien etc.). Weitere Informationen zur Baugeschichte entnehmen Sie bitte dem Vorwort von Hans Koepf (1982).
Heute ist die Wohnanlage aus den verschiedensten Gründen interessant.