Denkmal- und Heimatpflege

Im Rahmen der Denkmalpflege unterhält und pflegt die Carl-Toepfer-Stiftung die Wohnanlage Peterstraße/Neanderstraße/Hütten in der Hamburger Neustadt. In Einzelfällen wirkt die Stiftung auch im öffentlichen oder kirchlichen Denkmalbereich.

Historischer Raum für Immigranten und Flüchtlinge


Das, was man heute in der Peterstraße/Neanderstraße/Hütten sieht, entspricht nicht den historischen Gegebenheiten. Die sogenannte Neustadt entstand im Dreißigjährigen Krieg, als der niederländische Ingenieur Johan van Valckenburgh zwischen 1615 und 1625 einen weiteren Schutzwall anlegte, um die Stadt Hamburg zu sichern. Damit bezog er zuvor ungeschützte Flächen in die Stadt ein, machte sie als „Neustadt“ bebaubar und bot neuen Raum für Immigranten und die zahlreichen Kriegsflüchtlinge. Im Gegensatz zur Altstadt mit ihren traditionellen Bürger- und Geschäftshäusern wohnten hier auch später meist Angehörige der Mittel- und Unterschichten, oft in ärmlichen und beengten Verhältnissen, wie beispielsweise in den Krameramtsstuben am Michel und im Gängeviertel.

Das Straßennetz

Valckenburgh legte im nordwestlichen Teil der Neustadt ein schachbrettartiges Straßennetz an – ein Bild für bürgerliche Gleichheit und republikanisches Gemeinwohl. Dieses Straßensystem ist heute kaum mehr erkennbar. Die Straßennamen stammen jedoch teilweise noch immer aus dieser Zeit.

Die Peterstraße bekam ihren Namen bald nach 1620. Es waren die Hamburger Kirchen, die bei Anlage der Neustadt im 17. Jahrhundert das Recht erhielten, Straßen einen Namen zu geben. Im Kirchspiel Michaelis bezeichnete man sie nach den Patronen der Hauptkirchen der Altstadt, hier nach der Petrikirche.

In der Neanderstraße, einst Elbstraße genannt, bot sich früher ein ganz anderes Bild: Zwischen 1880 und 1925 gab es hier die sogenannte Judenbörse, einen beliebten Straßenmarkt, auf dem jüdische und nichtjüdische Kleinhändler Kurzwaren und Billigartikel verkauften. Die Straße erhielt ihren heutigen Namen erst 1948: Johann August Wilhelm Neander war ein evangelischer Theologe und Professor für Kirchengeschichte.

Die Hütten, der die Straße „Hütten“ ihren Namen verdankt, wurden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gebaut und waren kleine Stadtwohnungen für Soldaten, die am Festungswall errichtet wurden. Die Straße hieß zunächst „Bei den Hütten“. Ein Wörterbuch beschrieb sie um 1800: „Gasse in der Hamburger Neustadt, wo ehmals nur kleine Häuser standen, und noch eine Menge Huren wohnen; daher ‚dat is Een von de Hütten‘, daselbst so viel heißt als: das ist eine Hure.“

Zur (Bau-)Geschichte der Wohnanlage

Kaum alte Bausubstanz in Hamburg

Die Hansestadt Hamburg verfügt aufgrund ihrer Geschichte kaum mehr über originale alte Bausubstanz – man denke nur an:

  • den Abbruch bedeutender Altbauten um und nach 1800 (z. B. Dom, Hl. Geistkirche, Magdalenenklosterkirche und die Bettelordensbauten),
  • die Zerstörungen durch den Großen Brand von 1842 und
  • den Zweiten Weltkrieg.

1966 bis 1982: Restaurierung des Beyling-Stifts und Bau der Wohnanlage Peterstraße/Neanderstraße/Hütten

Die Carl-Toepfer-Stiftung restaurierte sowohl das Beyling-Stift, das sie in seiner alten Form beließ, als auch die daneben bzw. dahinter gelegenen Fachwerkhäuser (Peterstraße 35–39). Darüber hinaus erwarb Alfred Toepfers gemeinnützige Stiftung F.V.S./Hamburg (heute: Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.) Grundstücke in der Peterstraße/Neanderstraße/Hütten. Dort sollte – so die Idee Alfred Toepfers – ein Eindruck vom Bau- und Wohnstil früherer Jahrhunderte entstehen. Mit dem Wiederaufbau repräsentativer Bürgerhäuser wollte er dem alten Hamburg sowie Bürgern und Handwerkern vergangener Zeiten ein Denkmal setzen.

Zwischen 1966 und 1982 entstand daher ein Häuserensemble mit Rekonstruktionen Althamburger Bürger- und Kaufmannshäuser, deren historische Fassaden aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert stammen. Diese Häuser, die sich einst an verschiedenen Stellen der Altstadt befunden hatten, wurden zu einem harmonischen Gesamtbild zusammengefügt. Der frühere Standort eines jeden Gebäudes ist auf einer Bronzetafel kenntlich gemacht. Außerdem ist jedes Haus einer Persönlichkeit gewidmet, die aus Hamburg stammt oder längere Zeit in der Hansestadt wohnte und wirkte.

Restaurierung des Beyling-Stifts und Bau der Wohnanlage Peterstraße/Neanderstraße/Hütten

Die Carl-Toepfer-Stiftung restaurierte sowohl das Beyling-Stift, das sie in seiner alten Form beließ, als auch die daneben bzw. dahinter gelegenen Fachwerkhäuser (Peterstraße 35–39). Darüber hinaus erwarb Alfred Toepfers gemeinnützige Stiftung F.V.S./Hamburg (heute: Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.) Grundstücke in der Peterstraße/Neanderstraße/Hütten. Dort sollte – so die Idee Alfred Toepfers – ein Eindruck vom Bau- und Wohnstil früherer Jahrhunderte entstehen. Mit dem Wiederaufbau repräsentativer Bürgerhäuser wollte er dem alten Hamburg sowie Bürgern und Handwerkern vergangener Zeiten ein Denkmal setzen.

Zwischen 1966 und 1982 entstand daher ein Häuserensemble mit Rekonstruktionen Althamburger Bürger- und Kaufmannshäuser, deren historische Fassaden aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert stammen. Diese Häuser, die sich einst an verschiedenen Stellen der Altstadt befunden hatten, wurden zu einem harmonischen Gesamtbild zusammengefügt. Der frühere Standort eines jeden Gebäudes ist auf einer Bronzetafel kenntlich gemacht. Außerdem ist jedes Haus einer Persönlichkeit gewidmet, die aus Hamburg stammt oder längere Zeit in der Hansestadt wohnte und wirkte.


Lageplan/Skizze

Durchgänge mit schmiedeeisernen Gittern führen in die Innenhöfe der Wohnanlage, die mit ihren Gartenanlagen, Brunnen und Sitzecken Oasen der Ruhe sind. Auf die Idee Alfred Toepfers geht nicht nur das gesamte Häuserensemble zurück. Ihm zu verdanken sind auch die Einrichtung eines Vortragssaals mit Bühne, eines Restaurants und eines Brahms-Museums.

Im Haus Neanderstraße 22 bietet der Lichtwarksaal der Carl-Toepfer-Stiftung circa 160 Besuchern Platz. Hier finden Veranstaltungen und Konzerte der Stiftung selbst sowie anderer Träger statt.

Die historisch rekonstruierten Hamburger Bürger- und Kaufmannshäuser in der Peterstraße bieten einen idealen Ort, um die Musikgeschichte Hamburgs wieder lebendig werden zu lassen. Seit 1971 lockt das Brahms-Museum Besucher aus aller Welt hierher. Die Eröffnung des Telemann-Museums folgte 2011.

Mit der Eröffnung des KomponistenQuartiers in der Peterstraße im März 2015 präsentieren sich zusätzlich das Carl Philipp Emanuel Bach-Museum und das Johann Adolf Hasse-Museum auf einer neu geschaffenen Ausstellungsfläche gemeinsam mit dem Telemann-Museum in direkter Nachbarschaft zum Brahms-Museum. Am 29. Mai 2018 sind die Ausstellungen für Fanny und Felix Mendelssohn und Gustav Mahler eröffnet worden und das KomponistenQuartier damit komplett.

Mitte der 90er Jahre wurden nach dem Tode Alfred Toepfers im Eckhaus Peterstraße 36/Hütten die Niederdeutsche Bibliothek sowie das Alfred Toepfer Archiv untergebracht. Die Bestände des Archivs, umfangreiche Originalquellen zur Biographie Alfred Toepfers, wurden 2011 der Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv übergeben und sind dort weiterer wissenschaftlicher Forschung zugänglich.